Wo ist das Dorf nur hingekommen,
friedvoll wie es immer war?
Die alten Häuser sind verkommen,
Ruinen ihre Ställe gar!
Wo einst frohes Herdenläuten,
ist jetzt lärmige Musik.
Ich weiss das alles nicht zu deuten,
die gute Zeit kommt kaum zurück.
Ich kann nicht die Zeit vergessen,
nicht die Idylle jener fernen Tage!
Tief in den Sinnen ist’s gewesen,
darum diese bittre Klage!
Erinnerungen an die einstigen Bauerndörfer, die mehr und mehr zu Schlafdörfern verkommen sind, haben mich in dieser Zeit sehr beschäftigt, hatte ich sie doch 35 Jahre zuvor in einem ganz anderen Zusammenhang kennengelernt. Damals waren es noch fast reine Bauern- und Winzerdörfer in der Bündner Herrschaft, mit eher kleinen, überschaubaren Strukturen. In der Zwischenzeit haben aber viele Bauern in die Neuländer ausgesiedelt, und die Miststöcke im Dorf sind gänzlich verschwunden, und was mir fast wehgetan hat: Familienbesitz, über Jahrhunderte gewachsen und weitervererbt, ist anscheinend in fremde Hände übergegangen, und neue Bauten passen zum Teil gar nicht mehr in ein harmonisches Dorfbild, wie es noch in der Erinnerung geblieben war.