Rings stehen wie trutzige Festen
die Berge in ihrem Glanz,
und sind doch nur letzte Resten
der Schöpfung im Alpenkranz!
Seit vor tausend mal tausend Jahren
ihre Gesteine wuchsen empor,
brachte der Ströme machtvoll Gebaren
stets neue Täler hervor.
Gruben in felsige Gründe
Schluchten voll Wildbachgebraus,
Füllten Meere und Wasserschlünde
mit ihrem Geschiebe auf.
Es scheint mir im ewigen Wandel
ein stetes, machtvolles Sein.
Ganze Gebirge verschwanden,
oder werden einst nicht mehr sein!
Im Jahre 1985 war ich nach einer Rückenoperation in Ragaz zur Kur und habe ganz intensiv den Rhein und die Dörfer an seinen Ufern erlebt. Obschon sie mir seit Ende der Vierziger Jahre von drei Wiederholungskursen her bekannt war, habe ich dann eine ganz neue Beziehung zu dieser schönen Landschaft gefunden und bin fast jeden Tag auf Wanderung oder Entdeckung dem Rhein entlang gegangen, immer mit Papier und Bleistift ausgerüstet. So sind eine Anzahl Verse entstanden, alle irgendwie mit der Natur und der Umgebung der Dörfer verbunden. Und wie es so ist, wenn man von einer Krankheit oder einem Unfall wieder zur Normalität finden muss, sieht jeder seine Umwelt in einem anderen Lichte, und setzt so auch seine Gedanken und Träume in eine andere Wirklichkeit um. So sind mir da Dinge begegnet, welche im normalen Jahreslauf kaum je mein Interesse geweckt hätten, wohl auch deshalb, weil es gar nicht selbstverständlich war, überhaupt noch dem Rhein entlang gehen zu können.