Bist du traurig in der Zeit,
wenn die dunklen Tage kommen?
Der Sommer scheint schon ach so weit,
hab ich neulich nachgesonnen,
getrauert auch der warmen Tage.
Längst ist das Laub vom Baum gefallen,
die Buchenwälder wurden kahl.
Das Jagdhorn hörte ich noch schallen,
nun wird grau und trist mein Tal,
und es gibt auch Nebeltage.
Doch kann ich stille Einkehr halten
und sinnen nach der Kindheit Stunden.
Habe damals stilles Walten,
des Schöpfers Tun in der Natur gefunden,
in wehmutsvoller Zeit.
Wohl geht meine Lebensreise
weiter, und unversehens ihre Stunden auch.
Doch wird es die Zeit beweisen,
bald steigt die Sonne wieder auf
und kündet einen neuen Sommer.
Sei nicht traurig, wenn der Winter
zieht mit Macht durchs Tal.
Es steht höher’ Macht dahinter!
Sicher aber jedes Mal
erfüllt sich die Verheissung neu:
Solang die Erde wird bestehen,
Saat und Ernte werden sein.
Im Wechsel blühen, dann vergehen,
das ist wohl auch unser Sein,
im Wechselspiel der Zeiten.
Je älter ich werde, desto intensiver habe ich den Lauf des Jahres verfolgt, bin aber nicht dem Trend anderer verfallen, den Herbst und Winter als etwas Endgültiges zu erleben. Vielmehr erscheint er mir auch in unserem menschlichen Dasein als ruhige Zeit, Besinnung auf den Sinn des Lebens zu halten und im neuen Jahre zu neuen Ufern aufzubrechen. Wohl gehen auch meine Jahre vorüber, und es kommt keine einzige Stunde davon zurück! Wenn er aber bewusst als geschenkte Lebenszeit erlebt wird, ist auch der Winter mit seiner Kälte nicht zum Erschrecken, sondern wie in der freien Natur bringt er die nötige Ruhe zu neuen Erwartungen. Am Morgen zum Essen eine Kerze anzünden bringt ein wenig Licht in die dunkle Zeit, kann aber gleichzeitig die Erinnerung an Weihnachten auch schon vor dem Advent in der Seele aufleuchten lassen!